Lieblingszitate

"n den Diskurs, den ich heute zu halten habe, und in die Diskurse, die ich vielleicht durch Jahre hindurch hier werde halten müssen, hätte ich mich gern verstohlen eingeschlichen. Anstatt das Wort zu ergreifen, wäre ich von ihm lieber umgarnt worden, um jedes Anfanges enthoben zu sein. Ich hätte gewünscht, während meines Sprechens eine Stimme ohne Namen zu vernehmen, die mir immer schon voraus war: ich wäre es dann zufrieden gewesen, an ihre Worte anzuschließen, sie fortzusetzen, mich in ihren Fugen unbemerkt einzunisten, gleichsam, als hätte sie mir ein Zeichen gegeben, indem sie für einen Augenblick aussetzte. Dann gäbe es kein Anfangen. Anstatt der Urheber des Diskurses zu sein, wäre ich im Zufall seines Ablaufs nur eine winzige Lücke und vielleicht sein Ende.
(Michel Foucault, Die Ordnung des Diskurses)
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Geschrieben von: Yalcin Can   
Samstag, 16. Januar 2010 um 14:56

Was ist Liebe?

"Worte haben für mich keine Bedeutung" habe ich mal einer Frau geantwortet, als sie mich gefragt hat, ob ich sie mag. Eine etwas ungewöhnliche Antwort, doch wer dem gesprochenen Wort zu viel Bedeutung beimisst, wird nie verstehen, was ich meine. Zu sagen, dass man jemanden liebt, ändert nichts an den Tatsachen. Wenn ich jemanden liebe, dann bekommt das diese Person schon zu spüren. Warum sollte man den nonverbalen Signalen weniger oder gar keine Beachtung schenken? Warum wird der Sprachsituation, der Sprachmelodie oder dem Sprachfluss so wenig Beachtung geschenkt? Was ist mit der Mimik, Gestik und Gesamterscheinung eines Menschen? Keine Antwort ist auch eine Antwort. Doch Schweigen wird leider als keine eigene Antwortform akzeptiert. 

Sind Worte nur Schall und Rauch?

Zu sagen, dass man an Gott glaubt oder einer bestimmten Nation angehört, ist eine intuitive Überzeugung, die mehr oder weniger gut durchdacht sein kann. Wenn man als Moslem oder als Christ erzogen wird, ist es logisch dass man an Gott glaubt. Wenn man jedoch danach fragt, was man darunter zu verstehen hat, bekommt man von den wenigsten vernünftige Antworten. Die Frage, ob es Gott gibt, wurde viel intensiver erörtert als die Frage, was Gott ist. Wenn man jedoch fühlt, was Gott ist, erübrigt sich die Frage, ob es Gott gibt. Wie soll man einem Subjekt eine Eigenschaft absprechen können, was ihm gar nicht zukommen kann. Es reicht nicht aus, zu sagen, dass man an Gott glaubt. Ist Gott der allmächtige, unendliche Schöpfer? Ist Gott die Liebe? Wenn ich dich liebe, bedeutet es dann, dass ich dich vergöttere? 
Aktualisiert ( Montag, 12. Juli 2010 um 14:11 )
 

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