| Allmachts-Paradoxon |
|
|
|
| Geschrieben von: Yalcin Can |
| Samstag, 01. August 2009 um 15:34 |
|
Das Allmachtsparadoxon behandelt das Problem, wie ein allmächtiges Wesen in der Lage sein soll, etwas zu erschaffen, was mächtiger ist als er, ohne gegen die Regeln der Logik zu verstoßen. Da das Paradoxon in der Vergangenheit, besonders im Mittelalter, auf den Gottesbegriff angewendet wurde, ist es auf vielfältige Weise ausformuliert. Eng mit dem Allmachtsparadoxon stehen die Gottesbeweise. Wer Gottes Existenz als eines allmächtigen Wesens in Frage stellen wollte, musste im Grunde nur die Nicht-Existenz eines allmächtigen Wesens behaupten. Wenn die Vorstellung eines allmächtigen Wesens problematisch ist, würde Gott seine Allmacht verlieren. Die Vorstellung von einem allmächtigen Wesen wäre damit nur bedingt richtig. Kann man nun daraus ableiten, dass ein allmächtiges Wesen überhaupt nicht existiert? Einige islamische Philosophen sind der Meinung, Allmacht schließe die Fähigkeit ein, logisch Unmögliches zu vollbringen. Ein allmächtiges Wesen ist nach islamischer Auffassung nicht an die Gesetze der Logik gebunden. Um die Existenz Gottes als eines allmächtigen Wesens zu beweisen, dessen Verständnis die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit übersteigen soll, favorisieren einige Philosophen dieses Argument. Anhand der Schriften von Al-Ghazali, Al Farabi, Averroes und Mevlana soll dieses Problem erörtert werden. Andere Philosophen behaupten, dass ein allmächtiges Wesen nichts vollbringen muss, was die Grenzen der Logik überschreitet, um allmächtig zu sein. In diesem Fall könnte ein allmächtiges Wesen nur alles logisch Denkbare tun. Die Bedeutung von Allmacht ist also keineswegs so einfach wie es zunächst den Anschein hat. |
| Aktualisiert ( Montag, 07. September 2009 um 12:41 ) |


