| Paradoxon des Sokrates |
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| Geschrieben von: Yalcin Can |
| Samstag, den 01. August 2009 um 15:18 Uhr |
Das Paradoxon des Sokrates: Ich weiss, dass ich nichts weiss.Was wissen wir eigentlich? Gibt es eine Erkenntnis, dessen Wahrheit unbezweifelbar ist? Soblad man anfängt, sich diese Frage zu stellen, ist man mitten drin im philosophieren. Wenn Wahrheit eine Qualität von Aussagen ist, die wir als richtig erachten, wird die Frage interessant, woran wir erkennen kennen, ob eine Aussage wahr oder falsch ist. Dafür wollen wir ein einfaches Beispiel wählen: Sokrates sitzt. Um entscheiden zu können, ob diese Aussage wahr ist, müssen wir wissen, was mit Sokrates bezeichnet wird und anschließend beobachten, ob das Bezeichnete die Tätigkeit, die ihm zugesprochen wird, ausführt oder nicht. Wenn wir also beobachten, dass Sokrates sitzt, können wir davon ausgehen, dass die Aussage wahr ist. Natürlich unter der Voraussetzung, dass wir gerade in dem Moment weder geträumt noch irgendwelche Halluzinationen hatten :) Das Problem an solchen Aussagen ist, dass sobald Sokrates aufsteht, der Wahrheitswert sich ändert. Und schon allein der Zeitpunkt, an dem Sokrates anfängt, aufzustehen, bringt viele Logiker zum Verzweifeln. Sitzt er noch oder nicht? Ist nun die Aussage, dass Sokrates sitzt, solange über 90% seines Hinterteils sich auf einem Stuhl befindet, wahr? Im 20. Jahrhundert sind die Logiker aus ihrer Verzweifelung heraus zu der tollen Einsicht gelangt, dass die Bedeutungen der einzelnen Satzteile unwichtig wäre. Man spricht von Subjekten und Prädikaten in der primitivsten Logikstufe. In höherwertigen Logiken werden natürlich die Subjekte und Prädikate in unterschiedliche Kategorien unterteilt. Als Mensch mit einem gesunden Menschenverstand sollte man sich diese Gehirnakrobatik aber nicht antun. Die Grundregeln, die Aristoteles im vierten Jahrhundert vor Christus in seinen Schriften vorstellt, sind für unsere Verhältnisse total ausreichend. Wir wollen uns nun ein zweites Beispiel ausdenken: Alle Menschen sind sterblich. Jetzt wird es schon interessanter. Durch eine einfache Beobachtung lässt sich die Wahrheit dieser Aussage nicht beweisen. Bei wahren Allaussagen kann man sagen, dass alle unsere bisherigen Einzelbeobachtungen an Exemplaren einer besonderen Art als Beweis dafür gelten. Die Tatsache, dass alle Menschen bisher gestorben sind, verleitet uns zu der Annahme, dass es sich auch in Zukunft so verhalten wird. Wir glauben daran, dass alle Menschen sterblich sind, obwohl es möglich ist, dass in Zukunft sich das ändern könnte. Wie die Aussage, dass alle Schwäne weiss sind, solange für wahr befunden wird, bis man auf ein Schwarzes trifft. Entweder muss man nun dieses schwarze schwanähnliche Wesen für ein neuartiges Wesen erklären, um die alte Wahrheit aufrechtzuerhalten, oder man verwirft die alte Wahrheit und gibt zu, dass es auch schwarze Schwäne gibt. Eine empirische Allaussage ist demnach dann falsch, wenn sie falsifiziert wurde. Eine Steigerung erhält das Wahrheitsproblem, wenn man über eine Klasse von Lebewesen eine Aussage macht, die sich nicht falsifizieren lässt. So ist die Aussage, dass alle Junggesellen unverheiratet sind, unbedingt wahr. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in der Zukunkunft auf einen Junggesellen treffen werden, der verheiratet ist, liegt bei Null. Denn in dem Moment, wo der Junggeselle heiratet, ist er kein Junggeselle mehr. Der Wahrheitswert einer solchen Aussage kann im Grunde nur noch durch Aussagen getoppt werden, deren Subjekte unveränderlich und unvergänglich sind. In diese Kategorie gehören solche Aussagen wie: Alle Kreise sind rund. Nun sind wir also bei denjenigen Aussagen angelangt, deren Wahrheitswert unbeatreitbar wahr ist. Ich könnte im Grunde mit gutem Gewissen sagen, dass ich weiss, dass alle Kreise rund sind. "Ich weiss, dass alle Kreise rund sind." Doch Sokrates behauptet, dass er weiss, dass er nichts weiss. Warum wohl? Die beste Antwort auf diese Frage werde ich demnächst hier veröffentlichen. Eure Antworten könnt ihr an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. schicken.
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| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 02. Februar 2012 um 07:25 Uhr |


