Lieblingszitate

Was viele Teile hat, ist nicht Eines. Und doch gibt es Nichts, was keine Teile hat. Da es das Eine nicht gibt, gibt es auch das Viele nicht.
Außerdem gibt es ohne das Seiende auch nicht das Nicht-Seiende.
Nagarjuna, Nagarjunas Juwelenkette

Christliche Mystiker PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Yalcin Can   
Sonntag, 09. August 2009 um 20:47

Paulus war der erste christliche Mystiker. Dionysius Areopagitas oder Pseudo-Dionysius ist der bekannteste christliche Mystiker im Neuplatonismus. Im 9. Jahrhundert übersetzte Johannes Scotus Erigena seine Werke aus dem Griechischen ins Lateinische und brachte die mystische Theologie der östlichen Christenheit nach Westeuropa. Im Mittelalter brachten die Klöster einige der berühmtesten Mystiker hervor:

Zu ihnen gehörte Hesychast in der östlichen sowie Bernhard von Clairvaux, Franz von Assisi und Johannes vom Kreuz in der westlichen Kirche. Das französische Kloster von Saint-Victoire bei Paris war im 12. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum der Mystik. Der berühmte Mystiker Bonaventura war ein Schüler der Mönche von Saint-Victoire. Franz von Assisi, der seine Mystik unmittelbar aus dem Neuen Testament ableitete, gehört zu einer der zentralen Gestalten der modernen Mystik.

Zu den Mystikern von Holland zählten Jan van Ruysbroec und Gerhard Groote, letzterer Gründer des Mönchsordens der „Brüder vom gewöhnlichen Leben". Johannes Eckhart aus dem 13. Jahrhundert, auch Meister Eckhart genannt, gilt als der führende Vertreter der Tradition der deutschen Mystik.Weitere deutschen Mystiker sind Johannes Tauler und Heinrich Seuse, ein Schüler Meister Eckharts, die beide der Gruppe „Freunde Gottes" angehörten. Einer aus dieser Gruppe schrieb die Deutsche Theologie, die Martin Luther beeinflusste. Ein weiterer deutscher Mystiker ist Thomas von Kempen, der allgemein als Verfasser von De imitatione Christi (Von der Nachfolge Christi) aus dem 15. Jahrhundert gilt. Zu den englischen Mystikern des 14. und 15. Jahrhunderts zählen Margery Kempe und Richard Rolle, Walter Hilton, Juliana von Norwich und der anonyme Verfasser von The Cloud of Unknowing (Die Wolke des Unwissens), einem einflussreichen Traktat über das mystische Gebet.

Viele Vertreter der Mystik waren Frauen. Zu ihnen zählten Hildegard von Bingen, Katharina von Siena, Theresia von Ávila, Elisabeth von Schönau, Hadewijch, Mechthild von Magdeburg, Mechthild von Hackeborn und Gertrud von Helfta. Die französische Mystikerin Jeanne Marie de Guyon du Chesnoy führte im 17. Jahrhundert die mystische Lehre des Quietismus in Frankreich ein.

Aufgrund der Suche nach spiritueller Freiheit kann man die Mystik als eine der treibenden Kräfte der Reformation ansehen. Sie stieß jedoch später auch bei den protestantischen religiösen Autoritäten auf Widerstand. In der Zeit der Gegenreformation verfasste Ignatius von Loyola seine Schrift Geistliche Übungen. Das erbauliche Werk Die Praktik der Gegenwart Gottes von Bruder Laurentius avancierte zum französischen Klassiker der mystischen Literatur des 17. Jahrhunderts. Die bekanntesten deutschen protestantischen Mystiker dieser Zeit waren Jakob Böhme, Verfasser von Mysterium Magnum (Das Große Geheimnis) sowie Kaspar von Schwenckfeld.

 

 

 

 

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